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Route des Grandes Alpes

 
 
 
 
 
 

 

Tour Route des Grandes Alpes vom 20. – 25. Juni 2011

 

Losgelöst von der Fahrweise und dem Verkehr ist die Strecke einfach ein in Thonon-les-Bains am Genfersee beginnender und erst in Menton endender Traum. Dichte Wälder, mit Büschen und Gestrüpp bekleidete Höhen, karge Felslandschaften – langweilig wird die Landschaft nie, teilweise bleibt einem beim Blick über die Täler der Atem stehen. Die vor Kurven strotzenden Straßen passen sich dieser Ursprünglichkeit an und verzichten meistens auf seitliche Leitplanken. An zahlreichen Stellen gibt es noch kleine Mauern, ansonsten bestimmt der eigene Respekt vor der Tiefe neben der Straße das eigene Tempo.

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 Die Route ist nicht unbedingt leichte Kost, aber es heißt ja auch, dass sie eine Königin wäre. Königinnen sind meistens starke Persönlichkeiten und starke Frauen sind selten einfach. Wenn ich mit meinem Hauch von französischer Sprachkenntnis nicht daneben liege, sagt man in Frankreich ‘adieu’, wenn man Lebewohl meint und ‘salut’, wenn man sich wiederse-hen möchte. In diesem Sinn: Salut, Königin (Text eines Motorradfahrers, der die Route selbst gefahren ist).

 

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Diese Eindrücke bewogen den Töffclub, diese Strecke über 750km auch zu erleben und zu durchstreifen. Der Weg der Route des Grandes Alpes war klar definiert und die 15 Pässe ebenfalls. Doch nun musste der Weg nach Thonon les Bains und derjenige von Menton nach Hause noch definiert werden. Rein nach Fahrleistung und Zeitaufwand benötigten wir 1 Tag zum Genfersee und sicher 2 Tage von Menton nach Seuzach. Nach unseren Erfahrungen werden wir für die Alpenroute 3 Tage benötigen, und nicht wie im Reisebericht fest geschrie-benen 6 Tage. Wir setzen die Tagesleistung auf 250km. Hingegen war klar, dass der Hinweg 1 Tag für die 350km und die Heimfahrt 2 Tage für die 700km benötigt werden. Die Ge-samtstrecke betrug 1‘800km auf 6 Tage verteilt.

 

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Das Reisefieber war riesen gross und so starteten wir Am Montagmorgen um 08.00 Uhr die grosse Tour. Mit Kaffeehalt in Beinwil am See und der Mittagspause auf dem Schallenberg bei Thun überquerten wir den Col des Mosses und die Staatsgrenze kurz nach Aigle. Das Hotel, welches wir um 18.00 Uhr in Thonon les Bains erreichten, bot uns die gewünschte Er-frischung im Pool, ein tolles Nachtessen und schöne Zimmer.

 

Der Tagesablauf war grundsätzlich immer derselbe, 06.45 Uhr Tagwache, Frühstück, Pac-ken und Check-out, so dass wir um 08.00 Uhr jeweils die Weiterfahrt starten konnten. Am 2. Tag durchstreiften wir die wunderschönen Täler, die Höhen des Col des Gets, Col de la Co-lombière, Col des Aravis, Col des Saisies, Cormet des Roselend bis hin nach Val d’Isère, wo wir im Hotel La Becca eine zauberhafte Unterkunft im Chalet-Stil geniessen konnten, und mit einem erstklassigen 4-Gang-Menue verwöhnt wurden.

 

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Unser dritter Tag begann mit dem 2800m hohe Col d’Iseran, welcher wir leider im Regenwet-ter mit ziemlich dickem Nebel überqueren mussten. Dann folgte ein Abstecher zum Stausee auf dem Col du Mont Cenis. Auf der Passhöhe machten wir Bekanntschaft mit der französi-schen Armee, welche für den vor ihnen stehenden Einsatz in Afghanistan übten. Dann ging die Reise weiter über den Col du Télégraphe, Col du Galabier und den Col d’Izoard bis hin nach Guillestre, wo wir im Hotel Catinat Fleuri unser Nachtlager aufschlugen.

 

Die letzte Alpenetappe mussten wir bei schlechtem Wetter starten. Vor uns standen die Pässe Col de Vars, Col de la Bonette, Col de la Cayolle, Col de la Couillole, Col Saint-Martin, Col de Turini und zuletzt noch den Col de Castillon. Die Passstrassen waren extrem schmal mit schlechten Belägen, begrenzt durch Felswände auf einer Seite und den Abgrund auf der anderen Seite, ohne Linien und Leitplanken. Bei gut 40 Grad Celsius kamen wir in Menton an. Unser Hotel inmitten der Stadt liess uns das Leben in Menton spüren. Für das Nachtessen spazierten wir zum Meer und suchten uns ein gemütliches Strandrestaurant aus. Tolles Essen, freundliche Bedienung, Meeresluft und Sonnenuntergang waren einige weitere tolle Eindrücke, die uns blieben.

 

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Der fünfte Tag führte über die zwei letzten Alpenpässe durch das grosse Tunnel auf die ita-lienische Seite. Die Temperaturen waren nicht mehr so angenehm, wie in den Alpen, aber das schöne Wetter war uns auch recht. So durchquerten wir die Landschaften und Wälder des Piemont bis hin nach Biella, wo wir im Hotel la Bugella empfangen wurden. Tolle Zim-mer, einen gemütlichen garten, eine schöne Terrasse und eine gemütliche Taverne, wo wir unser Nachtessen serviert bekamen, waren einige weitere Höhepunkte. Ein grosszügiges 4-Gang-Menue, ganz nach piemontesischer Manier, mit gutem Wein, Mineral, Kaffee, Grappa und Limocello genossen wir den letzten Abend vor der Heimreise.

 

Wir verliessen das Piemont und fuhren Richtung Gondo, überquerten den Simplonpass und machten unsere Mittagspause im Wallis. Der Furkapass bildete jetzt den Pässe-Abschluss unserer 6-Tages-Reise, von der wir unvergessliche Eindrücke, tolle Erlebnisse und eine gute Kameradschaft erleben durften. Nur kleine Zwischenfälle, die aber immer sofort erledigt wer-den konnten, gehörten auch zu dieser Tour. Zum Beispiel einen abgebrochenen Bremshe-bel, ein ausgefallenes Zündschloss, ein gebrochener Gepäckhalter, ein abgelaufener Reifen waren die kleinen Zwischenfälle, die unsere Tour aber nicht bremsten.

 

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Im nächsten Jahr, bei unserem 10-jährigen Bestehen, führen wir eine 9-tägige Korsika-Sardinien-Tour durch.

 

Dario Casa

 
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